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Fluoride und Kariesprophylaxe
Abwehrkräfte stärken, Karies verhüten

Ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Zahnmedizin ist die Beachtung einer vernünftigen Lebensweise, durch die den Krankheiten vorgebeugt werden kann. Es ist wichtiger, die körpereigenen Abwehrkräfte durch natürliche Methoden zu stärken, als sie durch Medikamente wie Fluoride zu belasten und zu schwächen. Karies ist keine Fluormangelkrankheit, sondern ein Warnsignal für den Beginn einer Stoffwechselstörung. Bei vernünftiger Ernährung, insbesondere der Verringerung des Zuckerverbrauchs, und regelmäßiger Zahnpflege sind Fluoride für die Kariesverhütung überflüssig. Durch Vollwertkost werden dem Körper alle benötigten Mineralstoffe in ausreichender Menge zugeführt.

Umwelt und Organismus
Unsere Umwelt ist sehr stark mit Chemikalien und Industriabfällen belastet. Es ist wichtig, auch an die stetig wachsende Umweltbelastung zu denken, die wir heute noch nicht berechnen, wohl aber erahnen können. Gesundheitsbewußte Menschen sollten daher auf alles verzichten, das die toxische (giftige) Belastung noch weiter erhöht. Fluoridierungsmaßnahmen auch in Tablettenform sind nicht unbedenklich. Der Einsatz von Fluoriden zur Kariesvorbeugung (Kariesprophylaxe) ist deshalb höchst umstritten.

Gefahren der Fluoridierung
Viele Zahnmediziner hingegen betonen immer wieder die Unbedenklichkeit der in der Kariesprophylaxe eingesetzten Fluoriddosen und halten die Fluoridierungsmaßnahmen für unbedingt erforderlich. Es ist sicher unbestreitbar, daß Fluoride in bestimmer Dosierung den Zahnschmelz härten. Allerdings ist die genaue Kontrolle, ob diese Dosis auch wirklich eingehalten wird, unabdingbar. Zudem besteht die Gefahr, daß nach Abbruch einer regelmäßigen Tablettenfluoridierung die Fluoride vom Organismus aus Zahnschmelz und Knochen wieder ausgebaut werden. Somit kann für gewisse Zeit sogar eine übermäßige Kariesanfälligkeit entstehen, bis das Fluoridgleichgewicht im Körper wiederhergestellt ist.

Vorsicht vor Überdosierungen
Immer häufiger fordern auch Fluorbefürworter die genaue Kontrolle der verabreichten Fluoride, um Überdosierungen zu vermeiden. Schon werden fluoridhaltige Zahnpasten nicht mehr für Kleinkinder empfohlen, da mit dem Verschlucken von Pasten beim Zähneputzen bereits die Gefahr einer Überdosis verbunden ist, wenn die Kinder zusätzlich Fluortabletten einnehmen. Die Unbedenklichkeit der noch vor einigen Jahren auch in Deutschland eingesetzten Trinkwasserfluoridierung wird jetzt ebenfalls in Frage gestellt. Sogar kritische Befürworter der Fluoridierung zweifeln mittlerweile an der vorbeugenden Wirkung auf das Milchgebiß durch Einnahme von Fluortabletten während der Schwangerschaft und im Säuglingsalter. Vor dem zweiten Lebensjahr, also vor dem Durchbruch der Zähne, sind nach neuesten Erkenntnissen jener kritischen Befürworter Fluoride ohne Bedeutung für die Zahnschmelzhärtung, da nur diejenigen Maßnahmen wirksam für die Kariesprophylaxe sind, die äußerlich am Zahn ansetzen.

Information, Aufklärung, Kontrolle
Doch nicht immer werden Fluortabletten, kombiniert mit der Vit-D-Prophylaxe, von der Geburt bis zum 2. Lebensjahr verordnet. Auch in Kindergärten verteilt man Fluortabletten, ohne daß vorher festgestellt würde, wieviel Fluorid das einzelne Kind bereits aus anderen Quellen, etwa der Nahrung, bestimmte Mineralwassern, Fluoridzahncremes, -gelees oder -lacken erhält. Auch Zahnfüllungsmaterialien können Flouride in unterschiedlicher Menge freisetzen. Eine ausführliche Information und Aufklärung über die dringend gebotene Kontrolle des zugeführten Fluorids findet dabei nicht oder nur in unzureichender Weise statt. Neuerdings wurde sogar die Einführung von fluoridiertem Kochsalz für Deutschland beschlossen - eine Maßnahme, die die notwendige Kontrolle der Fluoridzufuhr ganz und gar unmöglich macht. In der Praxis treten schon jetzt Fälle von Zahnschmelzstörungen, der sog. Dentalfluorose, gehäuft bei den Kindern auf, die von Geburt an Fluortabletten in den empfohlenen Dosierungen bekommen und zusätzlich fluoridhaltige Zahnputzmittel verwendet haben. Ob diese mehr oder weniger stark ausgeprägten Schmelzstörungen die einzigen Folgen der Fluoridüberdosierungen im ganzen Organismus sind, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden, da Forschungsergebnisse fehlen. - Oder wollte man auf diesem Gebiet gar nicht forschen ?

Vorbeugung wo möglich - Fluoride wo nötig
Fluoridierungsmaßnahmen können für die Kariesvorbeugung immer nur ein ergänzendes Instrument sein, das nur unter genauer Kontrolle eingesetzt werden darf. Vorbeugungsmaßnahmen, die auf die Ursachen zielen - vitalstoffreiche Ernährung in Form der Vollwerternährung, Reduzierung des Zuckerverbrauchs und regelmäßige Mundhygiene - sind entschieden sinnvoller, weil sie direkt bei den Kariesverursachern ansetzen. Sie müssen daher an erster Stelle der Kariesprophylaxe stehen ( - s. auch das Prophylaxe-Merkblatt der GZM).

Was ist das eigentlich - FLUOR?
In der Chemie ist Fluor ein reaktionsfähiges, höchst agressives Element: in reiner Form existiert es so gut wie gar nicht, es verbindet sich mit anderen Substanzen zu Salzen. Diese Fluorverbindungen heißen Fluoride.

Fluoride dienen dem Aufbau von Knochen und Zahnschmelz, den sie widerstandsfähiger gegenüber der Karies machen. Sie hemmen die Bakterientätigkeit in den Zahnbelägen.

Nahezu alle Nahrungsmittel enthalten Fluoride. Bei gesunder Ernährung kann es echten Fluormangel beim Menschen gar nicht geben.

Die zur Kariesprophylaxe eingesetzen Fluoridierungsmaßnahmen unterscheiden sich in äußere (Cremes, Lacke, Gelees) und innere Fluoridierung (Tabletten, Salz).

Kommen gleichzeitig und unkontrolliert mehrere Fluoridierungsmaßnahmen zusammen, so ist die bedenkliche Giftstoffgrenze schnell erreicht.


Das kleine 1x1 der Prophylaxe

1. Vorbeugung heißt nicht heilen, sondern bewahren von Gesundheit.

2. Echte Vorbeugung ist keine Therapie. Maßnahmen der Symptomunter-drückung täuschen Gesundheit nur vor und unterstützen das bequeme Konsumverhalten in der Industriegesellschaft.

3. Der angemessene Gebrauch der Zahnbürste ist unverzichtbar für die Mundpflege. Die zusätzliche, aber nicht notwendige Anwendung von Zahnpasten, Mundspüllösungen oder Balsamen sollte auf die individuellen Erfordernisse der Mundhöhle abgestimmt sein.

4. Die Krankheiten in den Industrienationen sind hausgemacht. Eine vernünftige Lebensweise hinsichtlich angemessener Körperbewegung, richtiger Atmung und einer vollwertigen Ernährung ist besser als jede prophylaktische Maßnahme.

5. Eine effiziente Vorbeugung gegenüber Krankheiten kann weder verordnet, noch verkauft oder erzwungen werden.

6. Vorbeugung kann nur als Wissen und Rat zu sinnvollen Verhaltensregeln angeboten werden.

7. Fehlernährung, Bewegungsmangel und Fehlatmung sind die häufigsten Ursachen für Karies, Paradontopathien und Kieferaomalien.

8. Diese Störungen betreffen den ganzen Menschen. Sie verursachen Schwächungen des menschlichen Organismus, die den Boden für das Kranksein bereiten.

9. Das dynamische Gleichgewicht zwischen krankmachenden Faktoren einerseits und der individuellen Widerstandskraft andererseits entscheidet darüber, wie gesund oder krank der Mensch ist.

10. Durch die Wiederherstellung der natürlichen Nahrungskette kann den betroffenen Menschen gesundheitlich und volkswirtschaftlich geholfen werden.


(Nach den Erkenntnissen der Prophylaxe-Kommission der GZM)